Einfache Übung, um dynamisch vom Shizentai aus in Gyaku Hanmi zu gelangen.
Kann auch vom Hanmi aus erfolgen (im Video nicht gezeigt).
Trainiert die dynamische Fußarbeit, z.B. für die Aufnahme bei Yokomenuchi Shihonage.
Vorbereitung
Im natürlichen Stand (Shizentai) wird ein Jo mit einer Hand senkrecht vor der Körpermitte gehalten.
Bewegung
Der Jo wird losgelassen und mit umgedrehter Hand (Pronation) im senkrechten Fallen gefangen. Die Bewegung durch den ganzen Körper gehen lassen, so dass ein Sprung in den Gyaku Hanmi erfolgt.
Ende
Rückkehr zur Ausgangsposition und Handwechsel. Mehrmals ausführen.
Beitrag von Roland Klimpel
Sensibilisierung für die natürliche Fallgeschwindigkeit
Hilft ungemein, Arm und Körper „fallen zu lassen“, anstatt mit viel Spannung nach unten zu greifen und zu bücken.
Vorbereitung
A steht im Shizentai und hält mit einer Hand den Jo, der vor der Körpermitte am Boden steht.
Bewegung
A löst die Hand und begleitet den nun fallenden Jo mit der Hand. Wichtig: Die Hand hält Kontakt, ohne zu greifen!
Ende
A kehrt in die Ausgangsposition zurück. Beliebig oft wiederholen.
Gute Übung für die Aufnahme des Angriffs bei vielen Techniken. Zum Beispiel bei der Tenshin-Aufnahme bei Katate-tori: Nages Arm und Körper können lernen zu fallen, anstatt zu ziehen.
Beitrag von Roland Klimpel
Eine von vielen Variationen der Vorwärtsrolle
Idealtypische Unterscheidung von vorwärts und abwärts
Vorbereitung
A steht im Hanmi.
Bewegung
1) A macht einen Ausfallschritt nach vorn und rollt aus dem tiefen Stand vorwärts (rechts und links). 2) A senkt den Körper direkt nach unten und erhält so den Schwung zur Rolle. Dabei entsteht das Gefühl, abwärts zu rollen.
Ende
Nach mehrfachem beidseitigem Üben.
abwärtsrolle
1) Beim Vorwärtsrollen startest du wegen des Ausfallschrittes aus geringerer Höhe. Der Schwung entsteht so teilweise aus einer Streckung des Rumpfes.
2) Beim „Abwärtsrollen“ taucht der Kopf direkt nach unten (ungefähr wie ein Kormoran im Wasser). Der Schwung entsteht durch die Abwärtsbeschleunigung und durch das In-die-Luft-Heben des hinteren Beins. Ein eher müheloses Fallgefühl kann entstehen.
Beitrag von Roland Klimpel
Übung für sicheres Führen des Jo
Arme öffnen und schließen und die Bewegung bis in die Füße spüren
Handgelenke beweglich halten
Vorbereitung
A steht im Shizentai und hält einen Jo horizontal, Arme geöffnet, Hände sind in supinierter Position (Handflächen sind nach außen gedreht).
Bewegung
A umschließt den Jo mit einer Hand und beginnt den Arm einwärts in die „geschlossen“ Position zu rotieren. Dabei gleitet der Jo durch die geöffnete zweite Hand. Am Ende löst sich die geschlossene Hand und rollt unterhalb des Jos zurück in die „geöffnet“ Position. Dasselbe mit der anderen Hand.
Das Bild einer Schlingpflanze, die sich um den Jo windet, mag hilfreich sein.
A kehrt die Bewegung in der Richtung um: Aus der „geöffnet“ Position dreht eine Hand unterhalb des Jos entlang, bis die Hand den Jo von unten greift (nikkyo-ähnliche Position). Von hier aus schiebt A den Jo so, dass der Arm wieder die geöffnete Position erreicht.
Ende
Nach mehrfachem beidseitigem Üben.
Hier kann gut studiert werden, wie die Nikkyo-Bewegung durch den ganzen Rumpf wirkt.Bei schnellem Ausführen und Wechseln der Jo-Richtung entsteht ein angenehmer „Flow“ im Körper. Die Hände lernen mehr und mehr, den Jo zu „umfließen“.
Jenseits dieser Ausführungen sind die Schlingpflanzen-Bewegungen von allgemein koordinativem Wert (an den Jo „gewöhnen“). Sie halten den ganzen Körper beweglich und können auch gut zum Beweglichmachen von Handgelenken und Finger verwendet werden.
Jo in der linken Hand im linken Hanmi vor dem Körper (Grundstellung).
Bewegung
Der Richtungswechsel geschieht um den Jo herum. Der Jo wird dabei am Platz fixiert. Das Umsetzen der Füße erfolgt 1. öffnend (vorn) und 2. schließend (hinten). Die rechte Hand übernimmt den Jo während der Bewegung. Der Körper organisiert sich um die vertikale Achse herum und gleitet an ihr entlang in die neue Position.
Ende
Rechter Hanmi mit Jo in der rechten Hand vor dem Körper (Grundstellung).
tai sabaki mit jo als achse
Die Übung mehrmals in beide Richtungen wiederholen. Nicht auf den Füßen drehen, sondern die Füße nacheinander umsetzen.
Die Übung kann körperlich erfahrbar machen, dass die vertikale Rotationsachse beim Richtungswechsel nicht im Körper verläuft, sondern außerhalb von ihm. Hier wird sie sichtbar als der fixierte Jo. Der Körper organisiert sich um die Achse herum, rotiert also nicht selbst. Diese Erkenntnis ist übertragbar auf viele andere Techniken im Ki-Aikido.
Jo in der linken Hand im linken Hanmi vor dem Körper (Grundstellung).
Bewegung
Der Richtungswechsel geschieht um den Jo herum. Der Jo wird dabei am Platz fixiert. Das Umsetzen der Füße erfolgt 1. öffnend (vorn) und 2. schließend (hinten). Die rechte Hand übernimmt den Jo während der Bewegung. Der Körper organisiert sich um die vertikale Achse herum und gleitet an ihr entlang in die neue Position. Die Übung ist sowohl für tenshin als auch für sudori möglich (siehe Videos).
Ende
Rechter Hanmi mit Jo in der rechten Hand vor dem Körper (Grundstellung).
tai sabaki mit achse
sudori mit achse
Die Übung mehrmals in beide Richtungen wiederholen. Nicht auf den Füßen drehen, sondern die Füße nacheinander umsetzen.
Die Übung kann körperlich erfahrbar machen, dass die vertikale Rotationsachse beim Richtungswechsel nicht im Körper verläuft, sondern außerhalb von ihm. Hier wird sie sichtbar als der fixierte Jo. Der Körper organisiert sich um die Achse herum. Diese Erkenntnis ist übertragbar auf viele andere Techniken im Ki-Aikido.
Hier ist noch deutlicher spürbar, wie die Bewegung die Hüften und Beine erfasst, um den Schwung zu absorbieren.
Vorbereitung
A steht im Shizentai und hält einen Jo horizontal, Arme geöffnet, Hände sind in supinierter Position (Handflächen sind nach außen gedreht).
Bewegung
A umschließt den Jo mit einer Hand und beginnt den Arm einwärts in die „geschlossen“ Position zu rotieren. Wenn der Arm in der „geschlossen“ Position den Jo vor dem Körper hält, führt A den Jo in einer flüssigen Bewegung über und hinter den Kopf, so dass der Jo nun diagonal hinter dem Rücken liegt. A löst nun die obere, schulternahe Hand. Der Jo kann nun im Bogen nach vorn fliegen und gefangen werden.
Ende
Der Jo wird mit der zweiten Hand aufgefangen und landet nun wieder in der Ausgangsposition.
ACHTUNG: Der Abstand zu den Übungsnachbarn muss ausreichend sein! Der führende Arm darf nicht schlaff sein, sonst landet der Jo auf der Matte.
Jenseits dieser Ausführungen sind die Schlingpflanzen-Bewegungen von allgemein koordinativem Wert (an den Jo „gewöhnen“). Sie halten den ganzen Körper beweglich und können auch gut zum Beweglichmachen von Handgelenken und Finger verwendet werden.
Timing und Dynamik der Vorwärtsrolle
Bewegung und Schwung für die Vorwärtsrolle
Allgemeine Lockerung und Beweglichkeit
Vorbereitung
Hanmi
Bewegung
Das Hüpfen geschieht mit Arm und Bein gleichseitig (Passgang), damit die Vorwärtsrolle aus dem Hanmi über eine Seite ausgeführt wird.
Alternativ ist die Übung auch aus dem Kreuzgang möglich.
Ende
Hanmi
hopserrolle
Besonders fürs Kindertraining geeignet, aber Erwachsene haben auch Spaß dabei.
Beitrag von Joachim Galow
Schneller Distanzaufbau (z.B. Ma-Ai bei Chuyako oder Sudori)
Beibehalten der eigenen Form und Orientierung nach vorn bei Rückwärtsbewegung
Verstärkung des Gleithüpfers durch Einsatz der Hand
Vorbereitung
Hanmi, vordere Hand in Ikkyo-Position
Bewegung
Mentale Vorstellung: Die vordere Hand schiebt den ganzen Körper rückwärts.
Es ist ein gleitendes Hüpfen rückwärts mit Unterstützung der Hand. Hanmi wird dabei stets beibehalten.
Der Körper beugt sich leicht vor, das Gewicht ist auf dem vorderen Fuß. Die vordere Hand fällt an die Stelle des vorderen Beins, das deshalb rückwärts gleitet. Das hintere Bein setzt die Gleitbewegung nach hinten fort. Das vordere Bein zieht nach.
Das Gewicht wechselt dabei jeweils kurz von einem Fuß auf den anderen, um die Gleitbewegung des unbelasteten Fußes zu ermöglichen.
Auch mehrmals nacheinander ausführen für größere Distanz.
Ende
Hanmi wie in Ausgangsposition, vordere Hand unten
mattenfegermattenfeger sudori
Die Bewegung über die gesamte Mattenlänge wiederholen. Auf freie Bahn rückwärtig achten. Mehrmals dieselbe Seite oder abwechselnd links und rechts üben.
Gruppenübung Aikidoka hintereinander in Bahnen auf der Matte. Übt zusätzlich den Überblick im Raum (mögliche Kollision mit Person im Rücken).
Weiterführung Mit Bokken: Chudan oder Jodan wird beibehalten, gleiche Fußarbeit. Wird in verschiedenen Situationen benötigt.
Anwendungen Bei Tsugi Ashi, um zusätzliche Distanz zu schaffen, z.B. Nage in Bokkendori (Video: mattenfeger 2) oder Shomenuchi (nach Sudori) / Nr. 10 in Bokken Kata 2 mit Partner u.a. Ist in kurzer Form z.B. auch in Tenshin, Kirigaeshi, Semponage, Udefuri Chuyako Undo möglich.
Beitrag von Joachim Galow
Sensibilisierung für den klassischen Abstand zwischen dir und Objekten
Vorbereitung
Person A steht vor einer (durch einen Jo oder eine Mattenkante) symbolisierten Grenze (Bahnsteigkante/Abgrund). Der Abstand sollte mindestens eine halbe Körperlänge betragen!
Bewegung
Variante 1: A beugt schnell in der Hüfte, setzt die Hände fußnah auf den Boden und streckt den Körper nach hinten. A gelangt auch schnell wieder nach oben. Variante 2: B nähert sich A von seitlich hinten und versetzt A einen Stoß im Schulterbereich nach vorn. ACHTUNG: B darf nicht direkt hinter A stehen, denn A knickt wieder in der Hüfte ab und gelangt mit den Händen nah an den Füßen zu Boden und nach hinten.
Ende
A gelangt wieder zum Stehen.
touchdown
Beitrag von Roland Klimpel
„Timber!“ kommt aus dem amerikanisch/kanadischen Holzfällerjargon und heißt so viel wie „Baum fällt!“ Also, schnell weg!
Neben dem Timing übst du hier auch ein dynamisches Tenshin.
Übung für einfaches Timing ohne Partner
Folgeübung: timber! 2
Vorbereitung
A steht im Hanmi. A hält den Jo mit der vorderen Hand so leicht schräg, dass der Jo vor A steht und auf A zugeneigt ist.
Bewegung
A lässt den Jo los. „Timber!“ A springt mit Tenshin-Bewegung so zur Seite, dass ein 180° Richtungswechsel entsteht.
Ende
A fängt den fallenden Jo mit sicherem Stand, bevor er ganz auf dem Boden landet. Variiere die Höhe, auf der der Jo gefangen wird.
Beitrag von Roland Klimpel
Udefuri Chuyako Undo im Shikko mit 2 Bokken
Training des komplexen Bewegungsablaufs
Variation von bokken wings, Koordination mit der Shikko-Dreh-Bewegung
Verdeutlichung von Raumwahrnehmung und Rhythmus
Vorbereitung
Hanmi im Kniesitz mit aufgestellten Füßen, Arme mit Bokken in Ausgangsposition für Udefuri Chuyako Undo.
Bewegung
Udefuri Chuyako Undo im Shikko mit 2 Bokken. Die Schneiden der Bokken zeigen stets nach außen. Jede Bewegung für sich ausführen und jeweils ruhig anhalten.
Ende
Wie Vorbereitung, Seiten vertauscht.
shikko bokken wings
Durch das Gewicht der Bokken muss die Bewegung der Arme präzisiert werden, um die Bokken horizontal halten zu können. Die Bokken-Schneide soll immer nach außen zeigen. Dazu müssen sich die Hände wie bei Udefuri Chuyako Undo „drehen“.
Wie bei bokken wings vergrößern die Bokken den Radius und damit den Raum der Bewegung. Bei shikko bokken wings kommt die Koordination mit der Shikko-Dreh-Bewegung hinzu.
Diese Übungseffekte übertragen sich auf die Übung ohne Bokken. Als Folgeübung empfiehlt sich daher zum unmittelbaren Vergleich Udefuri Chuyako Undo (stehend und sitzend).
Beitrag von Iris Scanlon
Udefuri Chuyako Undo mit 2 Bokken
Training des komplexen Bewegungsablaufs
Verdeutlichung von Raumwahrnehmung und Rhythmus
Vorbereitung
Aikidoka im Hanmi mit zwei Bokken
Bewegung
Udefuri Chuyako Undo mit 2 Bokken. Die Schneiden der Bokken zeigen stets nach außen. Jede Bewegung für sich ausführen und jeweils ruhig anhalten.
Ende
Aikidoka im Hanmi mit zwei Bokken in guter Haltung
bokken wings
Durch das Gewicht der Bokken muss die Bewegung der Arme präzisiert werden, um die Bokken horizontal halten zu können. Die Bokken-Schneide soll immer nach außen zeigen. Dazu müssen sich die Hände wie bei Udefuri Chuyako Undo „drehen“.
Die Bokken vergrößern außerdem den Radius und damit den Raum der Bewegung.
Diese Übungseffekte übertragen sich auf die Übung ohne Bokken. Als Folgeübung empfiehlt sich daher zum unmittelbaren Vergleich Udefuri Chuyako Undo. Siehe auch shikko bokken wings.
Beitrag von Iris Scanlon
Erlernen der halben Rolle rückwärts (Koho Tento Undo)
Entwickeln von Schwung zur Rückwärtsrolle
Motivation und viel Bewegung durch Ballspiel (besonders im Kindertraining)
Vorbereitung
A sitzt mit dem Rücken zu B und hält Ball mit den Füßen.
Bewegung
Variante 1: A wirft den Ball mit den Füßen rückwärts. B fängt den Ball und wirft ihn zurück (siehe Video). Variante 2: Beide Partner werfen mit den Füßen. Sie müssen sich dann jeweils umdrehen, um den Ball zu fangen. Variante 3 (Einzelübung): A wirft den Ball mit den Füßen rückwärts an eine aufgestellte Matte oder Wand und holt sich den Ball selbst zurück.
Ende
Wie Vorbereitung
affenball
Darauf achten, dass der Ball in hohem Bogen geworfen wird, damit die Füße möglichst nach oben zeigen (siehe Video). Man kann auch ein „Netz“ (z.B. mit Seil oder Jo) improvisieren, über das der Ball gehen muss. Wenn der Ball zu flach geworfen wird, zeigen die Füße nach hinten. Das würde jedoch die Rückwärtsrolle erschweren.
Beitrag von Roland Klimpel
Übung für Udemawashi Undo, Anwendung in vielen Aikido-Techniken
Arme fallen ohne Druck in der natürlichen Fallgeschwindigkeit
Vorbereitung
Übende/r steht im Shizentai und hält ein Objekt (z.B. Tennisball) in einer Hand über Kopf, Handfläche nach unten gerichtet.
Bewegung
Übende/r lässt den Ball los, die Hand fällt mit dem Ball nach unten und greift ihn in der tiefsten Position. Variation: A lässt auch den Körper mit fallen und fängt nun den Ball mit gebeugten Knien.
Ende
Der Abwärtsschwung wird so genutzt, dass die Ausgangsposition (Hand mit Ball über Kopf) mühelos erreicht wird.
free fall
Das Timing folgt der natürlichen Fallgeschwindigkeit. Den Körper mit diesem natürlichen Rhythmus zu bewegen, hilft bei vielen Aikidotechniken, nicht nur wo Udemawashi Undo mit im Spiel ist.
Beitrag von Roland Klimpel
Sensibilisierung für den anatomisch bedingten Bewegungsraum
Erkunden und Abtasten des möglichen Handlungsraums
Vorbereitung
Aikidoka steht im Shizentai und hat ein Objekt auf der Handfläche. Es symbolisiert ein kleines Tablett, auf dem eine Schale Tee steht.
Bewegung
Aikidoka bewegt das „Tablett“ nach hinten, nach oben, über den Kopf nach vorn. Aikidoka muss sich so organisieren, dass die Teeschale nicht vom Tablett fällt, im Idealfall, dass auch kein Tee verschüttet wird. Außerdem hält A den Blick immer auf die Hand mit dem Objekt (Tablett mit Teeschale) gerichtet. Die Füße bleiben an Ort und Stelle. A kehrt dann die Richtung um.
Variation (Der martialische Kellner) Aikidoka bewegt die Hand ohne Objekt. Die Hand bleibt immer geöffnet. Wenn die Hand über Kopf nach unten führt, drückt er die Handfläche nach unten, bewegt drückend zur gegenüberliegenden Hüfte und führt die Hand wieder aufwärts mit nach außen gerichteter Handfläche über Kopf zurück nach hinten und so wieder in die Ausgangsposition. Auch hier kann dann die Richtung umgekehrt werden. Die Bewegung kann wahlweise auch mit weitem Stand ausgeführt werden.
Ende
Die Bewegung endet in der Ausgangsposition.
kellner
Die Kellnerbewegung hilft zu verstehen, dass eine Bewegung durch den ganzen Körper geht. Sie ist eine kreative Anwendung der „Öffnen-Schließen-Bewegung“ der Arme mit der Maßgabe, dass dadurch alle Körpersegmente gefordert sind ihren Teil zur Gesamtbewegung beizutragen.
Beim martialischen Kellner steht die Organisation von Handflächen und Unterarmen im Vordergrund. Ein Gefühl, als würde ein starker „Ki-Strom“ aus den Handflächen nach außen gehen, verhilft zu einem „Raumbeherrschen“: Ich erkunde, welche Raumbereiche ich mit sicherem Stand und guter Selbstorganisation erreiche, wenn meine Füße am Ort bleiben.
Beitrag von Roland Klimpel
Rückwärtsrolle aus geringer Höhe
Rollangst abbauen
Dem Körper vertrauen lernen
Nicht nachdenken – die Rolle „geschehen lassen“
Dynamik beim Rollen entwickeln
Stärkung der Arme und Schultern
Spaß an der Bewegung
Vorbereitung
Aikidoka sitzt am Mattenrand mit dem Rücken zur Mattenfläche. Die Beine sind aufgestellt. Die Hände stützen den Körper nach hinten ab.
Bewegung
Körpermitte anheben und auf Händen und Füßen rückwärts laufen. Aus der Dynamik der Rückwärtsbewegung heraus über eine Seite rollen. Aus der Rolle herauskommend sofort auf Händen und Füßen weiterlaufen – nächste Rolle einleiten.
Ende
Mattenende
spinnenlaufen
Beitrag von Iris Scanlon
Vorwärtsrolle aus geringer Höhe
Rollangst bei der Vorwärtsrolle abbauen
Dem Körper vertrauen lernen
Nicht nachdenken – die Rolle „geschehen lassen“
Dynamik beim Rollen entwickeln
Spaß an der Bewegung
Vorbereitung
Aikidoka steht auf Händen und Füßen an einem Ende der Matte.
Bewegung
Auf Händen und Füßen vorwärts laufen und aus der Dynamik der Bewegung heraus vorwärts rollen. Aus der Rolle herauskommend sofort auf Händen und Füßen weiterlaufen – nächste Rolle einleiten.
Ende
Mattenende
affenlaufen
Hinweise geben: Der Kopf berührt nicht die Matte! Zu Beginn der Rolle zwischen den Beinen nach hinten schauen. Über eine Seite rollen: Keine Turnerrolle über Kopf machen!
Schrittstellung, Arme nach vorn und hinten ausgestreckt (kein Hanmi): • Linker Arm und rechter Fuß vorn • Rechter Arm und linker Fuß hinten
Bewegung
Mach bewusst einige langsame Schritte. Erkunde, wie sich Hände und Füße versetzt bewegen und sich synchronisieren. Übertreibe dabei stark, damit die Bewegung groß und deutlich wird (Ampelmännchen).
Ende
Wie Ausgangsposition
Gyaku Hanmi – Ein Schritt auf der Stelle
Vorbereitung
Linker Hanmi mit nach vorn und hinten ausgestreckten Armen, Hände offen mit Daumen nach oben: • Linker Arm und linker Fuß vorn • Rechter Arm und rechter Fuß hinten Die Position bedeutet, dass du den Oberkörper mit ausgebreiteten Armen weit nach rechts öffnest.
Bewegung
Die folgenden Einzelbewegungen erfolgen koordiniert und fast gleichzeitig. Die gesamte koordinierte Bewegung ist wie ein Schritt auf der Stelle.
Dreh und öffne den Oberkörper maximal nach links. Diese Bewegung geht von der Körpermitte bzw. der Hüfte aus.
Synchronisiere die Arme dabei wie beim Gehen, d.h. beide Arme schwingen nach unten und dann nach vorn bzw. hinten.
Setz dabei schnell nacheinander die Füße an ihrer Position um, damit du stabil bleibst: 1. Linker Fuß öffnet (während der rechte Arm nach vorne schwingt). 2. Rechter Fuß schließt (während der linke Arm nach hinten schwingt).
In welcher Reihenfolge du die Füße umsetzt und ob du dabei den ersten Fuß ein Stück nach vorn bzw. nach hinten setzt, hängt auch von der konkreten Situation ab.
Ende
Gyaku Hanmi. Weil die Beine sich dabei leicht biegen, stehst du jetzt tief und stabil. Das Körpergewicht ruht möglichst gleichmäßig auf beiden Füßen. Der hintere ist in der Regel aufgestellt.
Kein Gewicht auf dem umsetzenden Fuß! Auch nicht gleichzeitig auf beiden Füßen drehen, weil das den Knien schadet. Siehe hierzu: schutz der knie. Wende das Bewegungskonzept welle am strand an. Das gilt insbesondere für Gyaku Hanmi in Aikido-Techniken, weil hier die Körperdrehung oft dynamisch und mit zusätzlicher Gewichtsbelastung durch Uke erfolgen kann.
Hanmi Gyaku Hanmi Undo 2
Das Hitoriwaza „Hanmi Gyaku Hanmi Undo 2“ kombiniert den „Schritt auf der Stelle“ mit Tenshin. D.h. nach Gyaku Hanmi gehst du zurück in Hanmi und machst dann Tenshin, wechselst also die Richtung. Aus dem Hanmi zur anderen Seite heraus machst du dann Gyaku Hanmi usw. Es sind also zwei getrennte Bewegungen, die im Übungsfluss scheinbar ineinander übergehen. Du könntest nach jeder Einzelbewegung aber auch etwas ganz Anderes machen!
Vergleiche die Erklärungen mit: K. Yoshigasaki, All of Aikido, S. 53-54. Der Schwerpunkt der hier vorgestellten Versionen von Gyaku Hanmi und Hanmi Gyaku Hanmi Undo 2 liegt auf der Schonung der Knie und der durchgängigen Kontrolle der Bewegung.
Beitrag von Joachim Galow
Vorwärts- und Rückwärtsrolle unter leichten Bedingungen (ohne Fallhöhe)
Twist im Rumpfbereich, Rückenflexion und Schutz des Kopfes
Vorbereitung
Rückenlage mit ausgebreiteten Armen
Bewegung
1. Rückwärts: Kippe das Becken kopfwärts, hebe die Beine zur Kerze, kippe seitlich über eine Schulter nach hinten. Fang den Aufprall der Beine mit den Füßen ab und strecke dich aus (Bauchlage mit seitwärts gestreckten Armen). Vergleiche:abbiegen.
2. Vorwärts: Stütze einen Arm seitlich auf den Boden. Verlagere das Körpergewicht auf die gegenüberliegende Schulter, hier bleibt der Arm seitlich ausgestreckt. Ziehe die Beine unter dem Körper zur Körpermitte. Fahre mit dem Kopf unter dem aufgestellten Arm hindurch. Stoße dich mit den Füßen ab und rutsche oder rolle über die belastete Schulter in die Rückenlage. Vergleiche: tunnelblick.
Ende
1. Bauchlage mit ausgebreiteten Armen 2. Rückenlage mit ausgebreiteten Armen
Eine gute Übung für Aikidoka mit wenig Erfahrung, um ohne Angst vor einem Aufprall auf die Matte das Rollen zu erlernen.
Die seitwärts gestreckten Arme stabilisieren die Bewegung. Der permanente Bodenkontakt erleichtert das Erlernen des Rumpftwists für die Aikido-Rolle.
Das Bild des „Regenwurms“ fördert das koordinierte Beugen und Verdrehen des Körpers.