Zum Inhalt springen

Gruppenübungen

  • Schneller Distanzaufbau (z.B. Ma-Ai bei Chuyako oder Sudori)
  • Beibehalten der eigenen Form und Orientierung nach vorn bei Rückwärtsbewegung
  • Verstärkung des Gleithüpfers durch Einsatz der Hand
VorbereitungHanmi, vordere Hand in Ikkyo-Position
BewegungMentale Vorstellung: Die vordere Hand schiebt den ganzen Körper rückwärts.

Es ist ein gleitendes Hüpfen rückwärts mit Unterstützung der Hand. Hanmi wird dabei stets beibehalten.

Der Körper beugt sich leicht vor, das Gewicht ist auf dem vorderen Fuß. Die vordere Hand fällt an die Stelle des vorderen Beins, das deshalb rückwärts gleitet. Das hintere Bein setzt die Gleitbewegung nach hinten fort. Das vordere Bein zieht nach.

Das Gewicht wechselt dabei jeweils kurz von einem Fuß auf den anderen, um die Gleitbewegung des unbelasteten Fußes zu ermöglichen.

Auch mehrmals nacheinander ausführen für größere Distanz.
EndeHanmi wie in Ausgangsposition, vordere Hand unten
mattenfeger
mattenfeger sudori

Die Bewegung über die gesamte Mattenlänge wiederholen. Auf freie Bahn rückwärtig achten.
Mehrmals dieselbe Seite oder abwechselnd links und rechts üben.

Gruppenübung
Aikidoka hintereinander in Bahnen auf der Matte. Übt zusätzlich den Überblick im Raum (mögliche Kollision mit Person im Rücken).

Weiterführung
Mit Bokken: Chudan oder Jodan wird beibehalten, gleiche Fußarbeit. Wird in verschiedenen Situationen benötigt.

Anwendungen
Bei Tsugi Ashi, um zusätzliche Distanz zu schaffen, z.B. Nage in Bokkendori (Video: mattenfeger 2) oder Shomenuchi (nach Sudori) / Nr. 10 in Bokken Kata 2 mit Partner u.a.
Ist in kurzer Form z.B. auch in Tenshin, Kirigaeshi, Semponage, Udefuri Chuyako Undo möglich.

Beitrag von Joachim Galow

  • Erlernen der halben Rolle rückwärts (Koho Tento Undo)
  • Entwickeln von Schwung zur Rückwärtsrolle
  • Motivation und viel Bewegung durch Ballspiel (besonders im Kindertraining)
VorbereitungA sitzt mit dem Rücken zu B und hält Ball mit den Füßen.
BewegungVariante 1: A wirft den Ball mit den Füßen rückwärts. B fängt den Ball und wirft ihn zurück (siehe Video).
Variante 2: Beide Partner werfen mit den Füßen. Sie müssen sich dann jeweils umdrehen, um den Ball zu fangen.
Variante 3 (Einzelübung): A wirft den Ball mit den Füßen rückwärts an eine aufgestellte Matte oder Wand und holt sich den Ball selbst zurück.
EndeWie Vorbereitung
affenball

Darauf achten, dass der Ball in hohem Bogen geworfen wird, damit die Füße möglichst nach oben zeigen (siehe Video). Man kann auch ein „Netz“ (z.B. mit Seil oder Jo) improvisieren, über das der Ball gehen muss. Wenn der Ball zu flach geworfen wird, zeigen die Füße nach hinten. Das würde jedoch die Rückwärtsrolle erschweren.

Beitrag von Roland Klimpel

  • Sensibilisierung für den Umgang mit dem „persönlichen Raum“
  • Wichtig für das Verständnis der Tenshin-Bewegung
VorbereitungA steht mit Armen in Vorhalte gerundet, als ob er einen großen Gymnastikball umfasst (dies symbolisiert den „persönlichen Raum“). A ist die Boje. B formt ein Dreieck mit den Armen in Vorhalte, mit den Handkanten nach vorne zeigend. B ist das Schiff.
BewegungDas Schiff bewegt sich auf die Boje zu. Bei Kontakt rotiert A seitlich an B vorbei, ähnlich wie „eine Boje auf dem Wasser schwimmend“. (Bewahre deinen Raum!)
EndeDie Boje dreht, bis sie das Schiff wieder im Blick hat.
schiff und boje

Vermeide als Boje, das Schiff mit dem Blick zu fixieren, denn dann wird dich das Schiff eher vor sich her schieben! Der „Bojenblick“ geht bei Kontakt zusammen mit der Körperdrehung in Richtung des „Schiffblickes“.

Die Übung kann auch als Gruppenübung mit beliebig vielen Partnern durchgeführt werden.

Beitrag von Roland Klimpel

  • Wahrnehmung von Bewegung in der Peripherie
  • Schulung der Aufmerksamkeit für den ganzen Raum
  • Fixierung auf Einzelheiten wird vermieden
VorbereitungEine Person steht zwischen 2 weiteren Personen im Abstand von mindestens je 2 Armlängen. Alle Personen stehen fast auf einer Linie, die beiden äußeren nur wenig vor einer Linie, die quer zu den Zehenspitzen der mittleren Person geht.
BewegungDie äußeren Personen machen kleine Bewegungen. Die Person in der Mitte, blickt entspannt geradeaus und zeigt an, auf welcher Seite sie Bewegung wahrnimmt.
EndeNach 6-8 Mal erfolgreichen Anzeigens.
space mind

Nicht nur bei Anfängern wichtig: Ab und an Kontrolle durch eine vierte Person, die in genügend Abstand vor der mittleren Person steht, ob der Blick wirklich geradeaus gerichtet bleibt.

Bei dieser Übung wird Bewegung in der Peripherie wahrgenommen. Das schult, die Aufmerksamkeit im ganzen Raum zu haben und sich nicht auf Einzelheiten fixieren zu lassen. Denn Letzteres ist ja ein beliebtes Mittel nicht nur bei Taschendieben und Trickbetrügern, sondern auch bei Gewalttätern.

Beitrag von Roland Klimpel

  • Gruppenübung von backkick
  • Einüben des Schwungs, dabei kontrollierte Beinführung
  • Beim Rollen an vertikale (nicht horizontale) Bewegung denken
  • Spaß und Kontakt in der Gruppe
VorbereitungMehrere Aikidoka bilden einen Kreis,
Agura mit dem Rücken zur Mitte
BewegungAlle machen synchron die halbe Rolle rückwärts. Die Füße treffen in der Mitte zusammen.
Dann zurückrollen.
EndeAgura mit dem Rücken zur Mitte

Ein Aikidoka gibt das Signal zum Rollen.
Beide Füße sollen nach oben in die Mitte zielen. 

Der Abstand zur Mitte sollte nicht zu groß sein, damit die Bewegung nicht horizontal wird.

lotusblume

Beitrag von Iris Scanlon

  • Die Übung setzt das Verständnis der Fußarbeit in welle am strand voraus!
  • Training der Schnelligkeit des Fußumsetzens
  • Üben der Fußarbeit bei Tenshin Undo
  • Gruppenübung
VorbereitungAikidoka bilden nebeneinander stehend einen Kreis. 2 Armlängen Abstand lassen. Aikidoka drehen sich paarweise zueinander, so dass sie sich gegenüberstehen.
Bewegung1. Hände schwingen nach oben: Abklatschen mit erstem Partner. Hände schwingen nach unten: Füße umsetzen (Richtungswechsel /Tenshin).
2. Hände schwingen nach oben: Abklatschen mit anderem Partner. Hände schwingen nach unten: Füße umsetzen (Richtungswechsel /Tenshin).

Aikidoka gibt Tempo und Rhythmus vor mit lautem Zählen und Hyoshigi (Klanghölzern) oder Tanto.

Zählen bei Abklatschen, Hyoshigi bei Umsetzern:
„Ichi!“ klackklack. „Ni!“ klackklack. „Ichi!“ klackklack. „Ni!“ klackklack.“ usw. (ca. 10 Mal = 1 Durchgang)

Die Übenden können auch laut mitsprechen. So synchronisieren sich der Atem und die Bewegung noch besser.
EndeWie Ausgangsposition

Wie man im Video (hier: erster Übungsdurchgang) sehen kann, ist nicht gleich alles perfekt. Die Übung ist auch komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Daher mehrere Durchgänge mit Korrekturpausen einplanen.

Unbedingt vorher die Fußarbeit bei Tenshin Undo erklären und üben (welle am strand). Die Übung macht sonst zwar Spaß, bringt aber nichts für Tenshin Undo. Es geht um den vollständigen Richtungswechsel mit maximalem Öffnen und Schließen der Füße.

Langsam beginnen, allmählich schneller werden. Genauigkeit geht vor Tempo.

Beobachten und unterbrechen, wenn Tenshin Undo bzw. das Fußumsetzen nicht exakt ausgeführt wird. Ggf. in der Mitte des Kreises nochmal vormachen. Dann mit langsamerem Tempo weiter.

Der Spaßfaktor und das hohe Bewegungsaufkommen führen erfahrungsgemäß zur Konzentration auf das Abklatschen. Daher auf exakter Fußarbeit bestehen, um folgende häufige Fehler* zu vermeiden: *Statisches Stehen mit Gesicht zur Kreismitte, nur die Hände schwingen mit dem Oberkörper. *Hände bleiben beim Richtungswechsel oben und schwingen hin und her. *Füße drehen mit Gewichtsbelastung oder öffnen / schließen unvollständig. *Richtungswechsel durch Hüpfen.

Der Unterschied zum Hitoriwaza ist, dass die Hände beim Abklatschen geöffnet sind. Hier geht es aber um die Koordination der Füße mit der Rumpfdrehung.

Beitrag von Joachim Galow

  • Den Körper für das Rollen und Fallen vorbereiten:
  • Angemessene Körperspannung bei gleichzeitigem Anschmiegen an den Boden
  • „Blind“ rollen als Vorbereitung auf die Vorwärtsrolle
  • Gewöhnung des Gleichgewichtssinns an die Rotation
  • Förderung der Kooperation zwischen den Übenden
  • Spaß am Herumkugeln (Kindertraining!)
VorbereitungZwei Aikidoka sitzen sich gegenüber.
Quer zwischen ihnen kauert der Käfer (Bug).
BewegungDie Aikidoka rollen den Käfer hin- und her und finden dabei den angemessenen Antriebsimpuls.
Der Käfer hält beim Rollen seine Position (unbeugsame Arme, Ki) und macht sich rund, damit der Impuls ihn zur jeweils anderen Seite trägt. Er lernt, die einwirkende Energie ggf. mit dem Körper zu kompensieren.

Ki-Test: Irgendwann entscheidet der Käfer, sich nicht schieben zu lassen und wird Ki-unbeweglich, ohne dass die Schiebenden wissen, wann das geschieht.
EndeJeweils kurze Ruheposition zwischen den Rollen.
bugs – gruppenübung
bugs – einzelübung

Beliebt im Kindertraining, aber auch Erwachsene haben Spaß dabei.

Beitrag von Iris Scanlon

  • Koordination der eigenen Bewegung beim Rollen
  • Synchronisation der Bewegung mit dem Partner
  • Partner führen und stützen sich gegenseitig
  • Entwicklung des Raumgefühls für die eigene Bewegung
  • Selbstvertrauen bei der großen Rolle
  • Fehlervermeidung: Ist die Vorwärtsrolle zu zaghaft, landet man auf der Schulter (Verletzungsgefahr).
VorbereitungA sitzt im Agura, B steht vor A
BewegungA (sitzend) legt Hände locker hinter Arme von B, macht halbe Rolle rückwärts.
B (stehend) legt Hände locker auf die Schultern von A, rollt vorwärts über A.

B wählt bei der Annäherung an A die Seite für die Vorwärtsrolle aus (Hanmi).
EndeA sitzt im Agura, B steht hinter A
tumbleweed

A rollt klein, um Platz zu lassen. Führt dabei die Arme des Partners.
B rollt groß, um über den Partner zu kommen (Übungseffekt: Mutig abstoßen!). B stützt dabei seine Arme auf die Schultern von A.

Gruppenübung
A sitzen in einer Reihe hintereinander. Mindestens 3 Matten Abstand lassen! 
B rollen aus dem Stand nacheinander über alle A hinweg. (Es entsteht der tumbleweedEffekt*). Danach wechseln.

*Tumbleweed („Taumelkraut“) , sog. Bodenläufer, rollt mit dem Wind über Steppen. Bekannt aus vielen Westernfilmen und „The Big Lebowski“.

Beitrag von Iris Scanlon

  • Üben von Fallen und Rollen aus schneller Bewegung
  • Üben vor dem Aufprall das Gesicht zu schützen
  • Spaß bei der Bewegung haben (beliebt im Kindertraining)
VorbereitungEin Weichboden wird an der Wand gesichert.
Aikidoka steht mehrere Meter davor.
BewegungVersion 1: Aikidoka rennt frontal dagegen, prallt ab und fällt abrollend rückwärts. Bei genügend Schwung entsteht die Rückwärtsrolle. Beim Aufprall beide Arme in Ikkyo-Position vor dem Gesicht.

Version 2: Aikidoka rennt rückwärts gegen Weichboden und rollt mit Vorwärtsrolle ab.
EndeStand nach dem Rollen

Weichboden wirklich gut sichern! Misstraue mechanischen Wandhalterungen!

Kinder wollen gern auch vorwärts ungeschützt in die weiche Matte rennen. Lass es erstmal zu, aber dann schule die Schutzfunktion der Arme durch Ikkyo-Position.

wandabpraller

Beitrag von Roland Klimpel